EU-Forschungsförderung als neue Chance für die Zivilgesellschaft

Bisher nehmen gemeinnützige Organisationen die Europäische Forschungsförderung selten in Anspruch. Dementsprechend ist ihr Anteil an den Forschungsausgaben noch gering.

Das will die IGO in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung (BMBWF) und der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft – FFG ändern.

  • Weil praxisnahe Forschung die Arbeit gemeinnütziger Organisationen verstärkt und verbessert.
  • Und weil Wissenschaft von zivilgesellschaftlicher Teilhabe durch mehr Wirksamkeit, nachhaltigere Ergebnisse und soziale und ökologische Innovation profitiert.

HORIZON EUROPE – DAS EU-PROGRAMM FÜR FORSCHUNG UND INNOVATION

Hintergrund des neuen Forschungsrahmenprogramms sind der Klimawandel, digitale Transformation und bedeutende gesellschaftliche Umbrüche. Der Green Deal der Europäischen Kommission sieht außerdem vor, dass Europa bis 2050 der “erste klimaneutrale Kontinent” wird.

Dafür stehen ab sofort bis 2027 95,5 Milliarden Euro bereit.

Aus Sicht der IGO ist die zweite “Säule” (pillar) des Programms mit dem Titel GLOBALE HERAUSFORDERUNGEN UND INDUSTRIELLE WETTBEWERBSFÄHIGKEIT EUROPAS mit folgenden Themen (Clustern) für Gemeinnützige besonders relevant:

  • Cluster 1: Gesundheit
  • Cluster 2: Kultur, Kreativität und Inklusive Gesellschaft
  • Cluster 3: Zivile Sicherheit für die Gesellschaft
  • Cluster 4: Digitalisierung, Industrie & Weltraum
  • Cluster 5: Klima, Energie und Mobilität
  • Cluster 6: Lebensmittel und natürliche Ressourcen

Zivilgesellschaft und europäische Forschung – eine Win-Win-Situation

Zivilgesellschaftliche Organisationen arbeiten an Lösungen für die sozialen und ökologischen Herausforderungen der Gegenwart. Viele dieser Themen sind nun Schwerpunkte des großen europäischen Forschungsrahmenprogramms Horizon Europe.

Schnittmengen HorizonCluster und Gemeinnützige

Daher wird die IGO gemeinnützige Organisationen in den nächsten Monaten dabei unterstützen, sich mit wissenschaftlichen Einrichtungen zu vernetzen und stärker als bisher an der europäischen Forschungsförderung teilzuhaben.

Wie können gemeinnützige Organisationen an Horizon Europe teilhaben?

Gefördert werden nur Projekte, bei denen mehrere Einrichtungen aus verschiedenen Mitgliedsländern zusammenarbeiten. Meist werden hier wissenschaftliche Einrichtungen mit einer oder mehreren gemeinnützigen Organisationen kooperieren.  Jene Organisation, die über die meiste Erfahrung mit diesen Programmen verfügt, tritt als Ansprechpartnerin (Lead) gegenüber der EU auf und koordiniert die Zusammenarbeit zwischen den Partner*innen.

Der Anstoß für ein Projekt und das zentrale Forschungsinteresse können aus der Zivilgesellschaft kommen. Denn je unmittelbarer ein Projekt bei der Lebensrealität und den Bedürfnissen der Betroffenen ansetzt, desto wahrscheinlicher ist ein nachhaltiger Projekterfolg.

Warum sollen sich gemeinnützige Organisationen an Horizon Europe beteiligen?

  • Weil das Zusammenwirken von gemeinnütziger Praxis und wissenschaftlicher Arbeit für beide Seiten hilfreich sein kann.
  • Weil evidenzbasiertes Wissen über den eigenen Arbeitsbereich zunimmt.
  • Weil gemeinnützige Organisationen Anstoß für die Erhebung relevanter Daten geben können.
  • Weil gemeinnützige Organisationen in Kooperation mit wissenschaftlichen Einrichtungen oder mit ihren eigenen Research-Abteilungen die Beantwortung eigener Fragestellungen fördern lassen können.
  • Weil Organisationen in Projekten vom Wissen anderer profitieren können.

Erfahrungsberichte von österreichischen gemeinnützigen Organisationen, die sich erfolgreich an Europäischen Forschungsprogrammen beteiligt haben:

Global 2000

Arche Noah

Reparatur- und Servicezentrum (RUSZ)

Zentrum für Soziale Innovation (ZSI)

Die Rolle der IGO

Die IGO will mithelfen, die derzeit noch bestehende Lücke zwischen gemeinnützigen Organisationen und der Forschungsgemeinde zu schließen. So sollen die Möglichkeiten und Chancen aus dem neuen Europäischen Forschungsprogramm für gemeinnützige Organisationen besser genutzt werden.

Dazu haben wir Ende Juni 2021 zu einer Online Konferenz eingeladen, bei der neben Vertreter*innen des Bildungsministeriums und der FFG auch mehrere Kolleg*innen aus gemeinnützigen Organisationen zu Wort kamen und von ihren Erfahrungen mit Europäischen Forschungsprogrammen berichtet haben (Ausschnitte davon werden demnächst hier veröffentlicht).

Interessierte Personen aus gemeinnützigen Organisationen laden wir ein, ihre Kontaktdaten in einer Online-Kooperationsbörse bekannt zu geben, um leichter mit anderen interessierten Personen und Einrichtungen in Kontakt zu treten oder selbst kontaktiert zu werden.

Wenn Sie mehr darüber wissen wollen, schicken Sie uns bitte eine Nachricht an office@gemeinnuetzig.at oder rufen uns an unter der Telefonnummer 0664 7995766.