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Erste Bank verlängert Sonderkonditionen für gemeinnützige Spendenorganisationen

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2013 verhandelte die IGO den Verzicht der Erste Bank auf Kontospesen und eigene Rückbuchungsgebühren für gemeinnützige Organisationen. Das Angebot war bis 31.12.2017 befristet. Jetzt hat die ERSTE angekündigt, den Vertrag über die Sonderkonditionen um weitere drei Jahre bis Ende 2020 zu verlängern.

Der Verzicht auf alle Kontospesen und eigenen Rückbuchungsgebühren gilt für IGO-Mitglieder und/oder Organisationen mit Spendengütesiegel und/oder Organisationen mit Spendenabsetzbarkeit, vorausgesetzt letztere sind mildtätig oder in der Entwicklungs- und/oder Katastrophenhilfe tätig. Bedingung ist eine geplante Hauptbankverbindung zur Erste Bank.

 

Anfang 2016 zogen die Sparkassen in den Bundesländern nach und verrechnen seitdem bundesweit innerhalb der Sparkassengruppe keine Rückbuchungsgebühren mehr.

 

Auch die Bank Austria verzichtet bei den oben genannten Organisationen auf Kontospesen und Rückbuchungsgebühren. Wir erwarten auch hier eine Verlängerung des Kooperationsvertrags.

 

Jetzt bleibt nur noch zu hoffen (und zu fordern), dass auch die anderen Geldinstitute  hier endlich nachziehen und so wie die ERSTE und die BANK AUSTRIA die Spendenerlöse von gemeinnützigen Organisationen nicht durch hohe Gebühren unnötig schmälern.

 

Das Angebot der Erste Bank können Sie hier herunterladen.

RÜCKLASTSPESEN: Jetzt ziehen auch die Sparkassen nach

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Bei nicht erfolgreichen Einziehungsaufträgen verlangen die Banken zum Teil hohe Gebühren, die bei großen Spenden sammelnden Organisationen rasch einmal fünfstellige Summen pro Jahr ausmachen können. Seit 2013 verzichtet Die ERSTE BANK (so wie die BANK AUSTRIA) bei IGO Mitgliedern auf diese so genannten Rücklastspesen und verrechnet nur die Gebühren anderer Banken weiter.

Das Dilemma der ERSTE BANK: die ebenfalls zur Sparkassengruppe gehörenden, aber wirtschaftlich selbständigen Sparkassen in den Bundesländern wollten bisher nicht mitziehen und stellten der ERSTE BANK – und damit ihren Kunden – weiterhin ihre Spesen in Rechnung.

 

Das soll sich jetzt ändern: wie aus der ERSTE BANK verlautet ist es gelungen die Sparkassen außerhalb Wiens davon zu überzeugen, auf die Verrechnung von Rücklastspesen im internen Bankverkehr mit der ERSTEN zu verzichten. Derzeit wird noch an den dafür notwendigen technischen Lösungen gearbeitet, aber noch im ersten Halbjahr 2016 soll es so weit sein. Für die betroffenen gemeinnützigen Organisationen bedeutet dies in Zukunft eine enorme Ersparnis und administrative Erleichterung.

 

Jetzt bleibt nur noch zu hoffen (und zu fordern), dass auch die anderen Geldinstitute  hier endlich nachziehen und so wie die ERSTE und die BANK AUSTRIA die Spendenerlöse von gemeinnützigen Organisationen nicht durch hohe Gebühren unnötig schmälern.

Vorsicht: Überweisungsbetrug!

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Die Salzburger Sparkasse hat uns darüber informiert, dass in der letzten Zeit gehäuft Betrugsversuche im Zusammenhang mit Überweisungen von Spendenkonten unternommen wurden und empfiehlt allen Spendenorganisationen, Kontakt mit ihren Bankbetreuer/innen aufzunehmen, um entsprechende Vorkehrungen zu treffen.

Die Betrüger gehen dabei sehr geschickt vor: Die Bank bzw. eine Filiale der Bank, die das Konto der Organisation betreut, bekommt ein maschinell bedrucktes Kuvert mit einer Briefmarke versehen, in dem sich eine Zahlungsanweisung in Original befindet. Diese Zahlungsanweisung ist ebenfalls maschinell bedruckt und mit einer Unterschrift (Kugelschreiber) versehen. Als Empfänger wird in der Regel ein ausländisches Konto angeführt. Die Betragshöhe ist unterschiedlich – zuletzt waren es um die € 24.105,71, damit vorgetäuscht werden kann, es wird hier eine Rechnung bezahlt.

Erleichtert werden diese Täuschungsversuche dadurch, dass Spendenkonten im Internet für jedermann ersichtlich sind und oft auch Geschäftsberichte mit einer Unterschrift, teilweise zum Download, zur Verfügung gestellt werden.

Den Organisationen wird daher dringend empfohlen, mit ihren Bankbetreuer/innen diesbezüglich Kontakt aufzunehmen, um entsprechende Sicherheitsmaßnahmen zu treffen.

Privatdarlehen für Gemeinnützige

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Wir haben bereits darüber berichtet, dass es auch unter unseren Mitgliedern welche gibt, die zinsenlose Privatdarlehen von ihren Unterstützer/innen angenommen haben und deshalb von der Finanzmarktaufsicht (FMA) aufs Korn genommen wurden. Jetzt hat die IGO einen Vorschlag für Gesetzesänderungen eingebracht, durch die es gemeinnützigen, mildtätigen und kirchlichen Einrichtungen in Zukunft leichter gemacht werden soll, Einlagen von Privatpersonen anzunehmen, Darlehen oder Kredite an andere gemeinnützige Einrichtungen zu vergeben oder Beteiligungen öffentlich anzubieten.

Durch den Fall des „Waldviertlers“ Heini Staudinger hat das Thema zuletzt erhebliche mediale Aufmerksamkeit bekommen. Bei mehreren Gelegenheiten – zuletzt beim IGO Kamingespräch am 13. März – haben indes Abgeordnete von SPÖ, ÖVP und GRÜNEN ihre Bereitschaft zu einer Gesetzesänderung signalisiert, durch die es insbesondere auch gemeinnützigen Organisationen leichter gemacht werden soll, ergänzende oder alternative Finanzierungsmodelle zu entwickeln und zu nutzen – vorausgesetzt, dass der Anleger- bzw. Konsumentenschutz ausreichend gewährleistet ist.

Unserem Auftrag als „Stimme der Gemeinnützigen“ folgend und im Interesse unserer Mitglieder haben wir daher kürzlich den Mitgliedern des Finanzausschusses im Parlament die folgenden Änderungen im Bankwesengesetz – BWG und im Kapitalmarktgesetz – KMG vorgeschlagen:

  • Einrichtungen ohne Erwerbsabsicht, die bei natürlichen Personen Darlehen zum Zweck der Mittelbeschaffung für ihre nicht erwerbsorientierten Ziele aufnehmen und bestimmte, im Gesetz genau definierte Informationspflichten zum Schutz der Darlehensgeber/innen erfüllen, sollen von der Konzessionspflicht ausgenommen werden.
  • Einrichtungen ohne Erwerbsabsicht, die im Rahmen ihrer Zwecke Kredite oder Darlehen an andere Einrichtungen ohne Erwerbsabsicht vergeben, Bürgschaften, Garantien oder sonstige Haftungen für diese übernehmen, oder Forderungen ankaufen bzw. das Risiko der Einbringlichkeit solcher Forderungen übernehmen, sollen von der Konzessionspflicht ausgenommen werden.
  • Einrichtungen ohne Erwerbsabsicht, die im Rahmen ihrer Zwecke Beteiligungen in Form von Wertpapieren oder Anleihen öffentlich auflegen, sollen von der Prospektpflicht ausgenommen werden. Dem Informationsbedürfnis der Anleger soll durch ein prospektersetzendes Dokument Rechnung getragen werden, das diesen zur Verfügung zu stellen ist.

Unseren Mitgliedern und anderen gemeinnützigen, mildtätigen oder kirchlichen Organisationen eröffnen die vorgeschlagenen Änderungen eine wichtige und notwendige Möglichkeit zur Diversifizierung ihrer Einkommensquellen und nachhaltigen Absicherung ihrer Aktivitäten zur Förderung der Allgemeinheit.
Wir werden daher in den nächsten Wochen alles daran setzen, damit diese Änderungen noch in dieser Legislaturperiode vom Parlament beschlossen werden.

FMA zeigt sich gegenüber Gemeinnützigen gesprächsbereit

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Wir haben bereits darüber berichtet, dass die staatliche Finanzmarktaufsicht (FMA) nicht nur den „Waldviertler“ Heini Staudinger, sondern auch gemeinnützige Vereine und andere Non-Profit Organisationen aufs Korn nimmt, die zur Finanzierung ihrer Tätigkeit neben klassischen Spenden auch zinsenlose Privatdarlehen annehmen. Bei einer vom VKI im Dezember veranstalteten Podiumsdiskussion, bei der auch Parteienverteter anwesend waren, zeigte sich der Geschäftsführer der FMA, Mag. Helmut Ettl, an einer raschen Lösung für Gemeinnützige interessiert. Jetzt hat er die IGO und einige ihrer Mitglieder Anfang Februar zu einem Gespräch eingeladen.

Bei dem Gespräch, an dem auf Seiten der Gemeinnützigen auch die Geschäftsführerin der ÖGUT, Gerlinde Wimmer, teilnahm, versicherten die Vertreter_innen der FMA, dass sie nicht von sich aus, sondern nur auf eine Anzeige hin tätig werden. Sobald aber eine Anzeige vorliegt, muss die FMA der Sache nachgehen, weil sie sich sonst des Amtsmissbrauchs schuldig machen würde.

Die FMA hat inzwischen auf ihrer Website Hinweise veröffentlicht, wie alternative Finanzierungsformen von gemeinnützigen Organisationen und KMU rechtskonform gemacht werden können. Sie beantwortet auch Anfragen zu konkreten Geschäftsmodellen, schränkt aber ein, dass sie nicht die Arbeit von Rechtsanwälten machen kann und darf.

Einer Änderung der gesetzlichen Rahmenbedingungen, wie sie von mehreren Teilnehmern an der Podiumsdiskussion im Dezember vorgeschlagen wurde, steht die FMA durchaus positiv gegenüber und empfiehlt der IGO darüber in der nächsten Zeit mit den Finanzsprechern der Parteien Gespräche zu führen.

Die Kanzlei Binder&Grösswang, die von Jugend eine Welt als Rechtsbeistand geholt wurde, hat ja bereits darauf hingewiesen, dass die EU Prospektrichtlinie im Artikel 1 eine Ausnahmemöglichkeit vorsieht, die von Österreich bisher nicht übernommen wurde. Durch eine kleine Änderung im Kapitalmarktgesetz (KMG) könnten somit zum Beispiel Gemeinnützige von der aufwändigen Prospektpflicht befreit werden. Die FMA hält es auch nicht für ausgeschlossen, dass ähnliche Ausnahmen für Gemeinnützige auch im Bankwesengesetz (BWG) geschaffen werden, durch die gemeinnützige Organisationen unter bestimmten Bedingungen von der Konzessionspflicht befreit werden könnten.

Die IGO wird sich jedenfalls, gemeinsam mit der ÖGUT und anderen Dachverbänden, für konstruktive Lösungen einsetzen, die es ihren Mitgliedern möglich macht, innovative Finanzierungsformen zu entwickeln und umzusetzen, ohne mit einem Fuß im Kriminal zu stehen.

Erster Zivilgesellschafts-Bericht: Gemeinnützige sind Veränderungs- und Beschäftigungs-Multiplikatoren

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14. November 2012: Neue „Interessenvertretung Gemeinnütziger Organisationen – IGO“ will bessere Rahmenbedingungen für Gemeinnützige erreichen

Pressaussendung IGO: Wien am 14.11.2012 –

Im Rahmen ihrer heutigen Pressekonferenz  präsentierte die runderneuerte „Interessenvertretung Gemeinnütziger Organisationen -IGO“ (früher IÖGV) einen ersten Lagebericht zur Zivilgesellschaft in Österreich unter dem Titel „Zivilgesellschaft bewegt“. Aus dem zweiteiligen Bericht geht hervor, dass gemeinnützige Organisationen neben ihren sozialen Leistungen wahre Beschäftigungs- und Wertschöpfungs-Multiplikatoren sind. Viele Errungenschaften in den Bereichen ethisches Konsumverhalten, Umwelt- und Tierschutz, Gewaltschutz oder Armutsbekämpfung wären ohne eine lebendige Zivilgesellschaft undenkbar.

Franz Neunteufl, IGO-Geschäftsführer, unterstreicht daher die Wichtigkeit einer entsprechenden Förderung der gemeinnützigen Organisationen durch Politik und Wirtschaft.

Als Beispiele nannte er weitere Steuererleichterungen und die Senkung der Bankgebühren für NPOs.

Im Juli 2012 führte das NPO-Kompetenzzentrum an der WU-Wien im Auftrag der IGO eine Studie zu derzeitigen Entwicklungen im Nonprofit-Sektor durch.  Im Zuge der Erhebungen wurden 53 Organisationen zu ihren Einschätzungen befragt.

Univ. Prof. Dr. Ruth Simsa vom NPO-Kompetenzzentrum (WU Wien) berichtet, dass viele NPOs derzeit von Kürzungen der öffentlichen Finanzierung betroffen sind. Gleichzeitig gibt es aber einen Trend zur Privatisierung sozialer Leistungen. Simsa: „Gerade in Zeiten wirtschaftlicher Probleme sind Investitionen in NPOs aber nicht nur sozial, sondern auch ökonomisch sinnvoll. NPOs sind Beschäftigungs- und Wertschöpfungsmultiplikatoren und sie bieten den Rahmen für wöchentlich ca. 8 Millionen Stunden an Freiwilligenarbeit.“ Untersuchungen zum ‚Social Return on Investment’ einzelner NPOs  zeigen, dass ein investierter Euro in NPOs Wirkungen im Wert von bis zu 10,2 Euro bringen kann. Simsa weiter: „Die Nachfrage nach Dienstleistungen des Gesundheits- und Sozialwesens im Wert von 1 Mio. Euro schafft 17 Arbeitsplätze. Die Sozialwirtschaft ist somit  einer der Bereiche mit der stärksten Beschäftigungswirkung.“ Zum Vergleich: Eine Investition von einer Million Euro schafft im Energiebereich nur 3,8, im KFZ-Bereich 4,6 und im Bau 10 Arbeitsplätze.

Dr. Bernhard Drumel, NGO-Experte und Akteur der Zivilgesellschaft,  jetzt aktiv bei supportingchange.org, widmet sich im zweiten Teil der Studie vor allem der Arbeit von Advocacy Organisationen. Aus den zwischen Juli und Oktober 2012 mit 40 NGO-VertreterInnen geführten Interviews und Gruppendiskussionen resümiert er: „Dank zivilgesellschaftlicher Kräfte sind in den letzten beiden Dekaden wesentliche gesellschaftliche Fortschritte erzielt worden. Ohne Mobilisierung wie durch das Gentechnik-Volksbegehren wären Österreichs Felder und Regale nicht gentechnikfrei. Das Einmahnen von internationalen Verpflichtungen wie bei der UN Frauen- oder Behindertenrechts-Konvention und das breite Wirken von Allianzen wie der Armutskonferenz oder dem Netzwerk Kinderrechte hat die Politik in diesen Bereichen entscheidend mobilisiert. Ohne den Einsatz von Organisationen gegen Fremdenfeindlichkeit und Ausgrenzung würden viele Menschen in Österreich noch stärker marginalisiert. Gerade in der aktuellen Politik-, Bildungs- und Verteilungskrise ist eine lebendige, starke Zivilgesellschaft daher ein unverzichtbarer Faktor für die positive Entwicklung der gesamten Gesellschaft.“

Drumel plädiert deshalb für vier Maßnahmen-Bündel zur Förderung einer lebendigen Zivilgesellschaft im „Europäischen Jahr der Bürger und Bürgerinnen“ 2013:

  • Klares Bekenntnis der Politik zu einer lebendigen, kritischen Zivilgesellschaft und Sicherung des dafür notwendigen demokratischen Raums.
  • Schaffung neuer Formen von echter demokratischer Mitgestaltung.
  • Stärkung der Unabhängigkeit des zivilgesellschaftlichen Sektors.
  • Investition zur Förderung von ‚Active Citizenship’ und Ermutigung von mehr zivilgesellschaftlichem Engagement.

IGO-Geschäftsführer DI Franz Neunteufl stellte den neuen Auftritt der Interessenvertretung von 27 führenden gemeinnützigen NPOs vor  und gab einen Ausblick auf die kommenden Arbeitsschwerpunkte: „Wir starten mit einem neuen Team und neuem Branding der ‚IGO’  durch. Die Unterstützung des Spendengütesiegels und damit der Spendensicherheit in Österreich sowie die Forderung nach Spendenbegünstigung für alle unsere Mitglieder bleiben wichtige Teile unserer Arbeit. Neu dazu kommen 2013 die Forderung nach weiteren steuerlichen Erleichterungen für Gemeinnützige, insbesondere auch nach einer verstärkten Förderung gemeinnütziger Privatstiftungen durch die öffentliche Hand, sowie der Einsatz für eine deutliche Senkung der Bankgebühren für  unsere Mitglieder. Unser Ziel ist es, möglichst viele Spendengelder für Hilfsprojekte und Kampagnen-Arbeit zu sichern. Die Verhandlungen mit den größten Banken des Landes sind hier schon sehr weit gediehen.“

Abschließend sprach Neunteufl gegenüber Politik und Wirtschaft eine Einladung zu einem Dialog für verbesserte Rahmenbedingungen für die Gemeinnützigen in Österreich aus: „Wir werden mit freundlichem Nachdruck den Respekt und den Stellenwert einfordern, den die Arbeit der Gemeinnützigen verdient!“

Weitere Informationen:

DI Franz Neunteufl (Interessenvertretung Gemeinnütziger Organisationen): Tel.: 0664 5747584, franz.neunteufl@gemeinnuetzig.at

Matthias Schickhofer (Mediensupport – supportingchange.org): Tel.: 0699-112 971 84, matthias.schickhofer@supportingchange.org

Website: www.gemeinnuetzig.at

Download Bericht „Zivilgesellschaft bewegt“: http://www.gemeinnuetzig.at/zivilgesellschaft_bewegt

 

* Die Interessenvertretung Gemeinnütziger Organisationen -IGO, früher IÖGV, vertritt 27 führende NPOs aus den Bereichen Menschenrechte, Humanitäre Hilfe, Soziales, Kinder und Jugend, Kultur, Entwicklungszusammenarbeit, Umweltschutz und Tierschutz.

Bankgebühren: IGO bringt Bewegung in den Sektor

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Langsam spricht es sich nicht nur bei den gemeinnützigen Organisationen, sondern auch bei den österreichischen Banken herum: viele Non-Profit Organisationen zahlen vergleichsweise viel zu hohe Bankgebühren – Geld, das für den eigentlichen gemeinnützigen Zweck verloren geht. Die IGO hat in den Verhandlungen mit den größten Banken des Landes erreicht, dass ihre Mitglieder in Zukunft von deutlich günstigeren Konditionen profitieren.

Von einem Mitglied der IGO auf das Problem aufmerksam gemacht, hat IGO-Geschäftsführer Franz Neunteufl im Herbst 2011 damit begonnen, Informationen und Fakten über die Konditionen seiner Mitglieder bei verschiedenen Banken zu sammeln. Nach begreiflichen Anfangsschwierigkeiten – schließlich handelt es sich dabei um höchst vertrauliche Informationen – ist es der IGO gelungen, einen guten Überblick über die österreichische Bankenlandschaft und die Preisgestaltung für gemeinnützige Organisationen zu bekommen.

Die Ergebnisse knapp zusammengefasst: gemeinnützige Vereine werden in der Regel von den österreichischen Banken nicht anders behandelt als Profit-Unternehmenund lassen so viel Geld, das sonst für die Projekte und Programme der Organisationen zur Verfügung stehen würde in Form von Buchungsgebühren, Rücklastspesen und anderen Spesen bei den Banken! Daran können auch Sponsoringgelder und kleine Geschenke, die von den Banken fallweise an NPO vergeben werden nichts ändern.

Kleine gemeinnützige Vereine, die über wenig Verhandlungsmacht verfügen, sind davon besonders betroffen. Häufig bleibt das Thema aber auch bei großen Vereinen lange Zeit unentdeckt, wenn nicht die Finanzabteilung irgendwann einmal Alarm schlägt.

Es lohnt sich daher in jedem Fall für jede gemeinnützige Organisation, einmal den Rechenstift zur Hand zu nehmen und die Summe der bezahlten Bankspesen in Relation zu den Gesamtumsätzen zu stellen. Die IGO verfügt hier inzwischen über zuverlässige Kenngrößen aus ihren Mitgliedsorganisationen, die bereits ein erstes Benchmarking erlauben.

Die IGO hat sich aber nicht nur darauf beschränkt Informationen zu sammeln, sondern hat gleichzeitig auch begonnen mit den größten und für ihre Mitglieder wichtigsten Geldinstituten zu verhandeln. Diese Verhandlungen sind noch nicht abgeschlossen, aber auf einem guten Weg. Das Ziel ist eine möglichst weit gehende Senkung der Gebühren bei den für die IGO-Mitglieder wichtigsten Bankleistungen, wodurch nicht nur den Organisationen geholfen wird ihren gemeinnützigen Zweck besser zu erfüllen, sondern auch dem Willen der privaten Spender_innen, Sponsor_innen und Fördergeber_innen Rechnung getragen wird.