IGO Jahresbericht 2016

, ,

Der Jahresbericht gewährt einen guten Einblick in unsere Arbeit. Informieren Sie sich über das Engagement der IGO für die Gemeinnützigen.

IGO Jahresbericht 2016

IGO-Stellungnahme zur Zukunft der Europäischen Forschungspolitik

,

Bisher wurde die Zivilgesellschaft bei der Gestaltung der Europäischen Forschungspolitik wenig berücksichtigt. Das will die IGO ändern. Weil die Europäische Forschung von zivilgesellschaftlicher Teilhabe im Sinne von Nachhaltigkeit und sozialer Innovation enorm profitieren würde, beteiligen wir uns an der Diskussion über das nächste Forschungsrahmenprogramm. In unserer Stellungnahme haben wir auf notwendige Rahmenbedingungen und Potenziale einer stärkeren Einbindung von NPOs hingewiesen.

Die Diskussion über die Zukunft der europäischen Forschungspolitik und damit über das nächste (9.) Forschungsrahmenprogramm hat begonnen. Die Europäische Kommission hat bereits vorbereitende Prozesse für das Nachfolgeprogramm von Horizon 2020 ab dem Jahr 2021 lanciert. Der Plan der Europäischen Kommission ist, schon im ersten Halbjahr 2018 einen Vorschlag für das nächste Rahmenprogramm vorzulegen.

 

Das Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft ist das federführende Ressort für das EU-Forschungsrahmenprogramm in Österreich. Es hat daher eine Gruppe von Expertinnen und Experten eingeladen, einen Think Tank zu bilden und an Ideen für die zukünftige europäische Forschungspolitik und die Gestaltung des zukünftigen Rahmenprogramms zu arbeiten. Ergebnis dieser Arbeit ist ein Thesenpapier. Es soll als Anregung für die weitere Diskussion in Österreich, aber auch in Brüssel und quer durch Europa, dienen. Die IGO hat sich im Rahmen einer Stellungnahme in den Diskussionsprozess eingebracht.

 

Einige wichtige Punkte waren dabei:

– Eine stärkerere Einbindung von VertreterInnen der Zivilgesellschaft in Stakeholder-Prozesse – auch in Form einer stärkeren Repräsentation in Entscheidungsgremien.

Anreize und Erleichterungen für NPOs direkt an Forschungsprojekten mitzuwirken, entweder in Form von Kooperationen mit wissenschaftlichen Einrichtungen oder – wenn die Ressourcen vorhanden sind – selbständig.

– Mehr Budget für transdisziplinäre Nachhaltigkeitsforschung und Sozialwissenschaften.

 

Weitere Informationen finden Sie unter:

https://era.gv.at/

Die Stellungnahme zum Download

Gemeinsame Stellungnahme zur Demokratie-Enquete-Kommission

, , ,

Anlässlich der parlamentarischen Enquete-Kommission zur Stärkung der Demokratie erinnert eine breite Allianz von 18 Nichtregierungsorganisationen daran, die organisierte Zivilgesellschaft in der Diskussion um Demokratiereform und Bürgerbeteiligung zu berücksichtigen.

Im Herbst 2014 beschloss der Hauptausschuss des österreichischen Nationalrats einstimmig die Einsetzung einer Enquete-Kommission zur Stärkung der Demokratie. Der inhaltliche Schwerpunkt der insgesamt sieben Sitzungen liegt auf der Aufwertung direktdemokratischer Instrumente.

Am Mittwoch, den 11. März 2015 trat die Enquete-Kommission unter dem Motto: „Meinungsbild der organisierten Zivilgesellschaft“ zum vierten Mal zusammen. Dem Motto entsprechend erinnerten 18 Nichtregierungsorganisationen (NROs) darunter Caritas, Diakonie, Hilfswerk, Rotes Kreuz und Volkshilfe aber auch Naturfreunde, WWF oder Global 2000 in einer schriftlichen Stellungnahme das Parlament daran, die organisierte Zivilgesellschaft – also Nichtregierungsorganisationen – in der Debatte um Bürgerbeteiligung und Demokratiereform mitzuberücksichtigen. Koordiniert wurde die Stellungnahme von der IGO.

Damit die „Stärkung der Demokratie in Österreich“ nicht auf die breite Öffentlichkeit beschränkt bleibt, schlägt die Allianz 7 konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Beteiligungsmodalitäten vor.  Verbesserungsbedarf wird vor allem bei Transparenz, Struktur und Verantwortlichkeit  gesehen. Die vollständige Stellungnahme finden Sie hier zum Download.

Die drei wohl wesentlichsten Forderungen sind:

  • die Evaluierung der bisherigen Beteiligungsmöglichkeiten und ein regelmäßigen Monitoring durch einen Beirat.
  • mehr Transparenz: Sämtliche Gesetzesvorhaben der Regierung, des Parlaments oder des Bundesrats der Öffentlichkeit von Anfang an kommuniziert werden. Das Amtsgeheimnis muss mutig unter Berücksichtigung des persönlichen Datenschutzes abgeschafft werden.
  • Die vom Ministerrat beschlossenen „Standards der Öffentlichkeitsbeteiligung“ müssen umgesetzt werden. Konsultationsprozesse wie z.B. Begutachtungsverfahren sollen zugänglich, zeitlich angemessen und transparent sein.

Die Stellungnahme  korrespondiert mit dem aktuellen Arbeitsprogramm der Bundesregierung. Darin wird das Ziel der „[b]essere[n] Einbindung zivilgesellschaftliche [sic] Organisationen in politische Entscheidungsprozesse“ explizit angeführt. Eine der vereinbarten Maßnahmen ist eine „[t]ransparentere und offenere Gestaltung des Gesetzgebungsprozesses“.  Nun ist es eine Frage des politischen Willens, ob in dieser Legislaturperiode Fortschritte erzielt werden.

Sie können unsere Forderungen über Twitter unterstützen: Die Diskussion zur Enquete-Kommission läuft unter dem Hashtag #EKDemokratie. Alle damit gekennzeichneten Tweets scheinen an Sitzungstagen auf einer Twitterwall und auf der  Website des Parlaments auf. Die Mitglieder der Enquete-Kommission können die Online-Diskussion auf einer Leinwand im Sitzungssaal mitverfolgen, teilen Sie ihnen mit, welche unserer Forderungen Sie besonders wichtig finden.

Wie denkt Österreich über die Gemeinnützigen?

, ,

Im Rahmen der Untersuchungen zum Zivilgesellschaftsindex hat die IGO beim Meinungsforschungsinstitut market eine repräsentative Telefonumfrage beauftragt.
In der Erhebung geht es um

  • die Wahrnehmung von NPOs in der österreichischen Bevölkerung
  • eine Erfassung des Wissensstands über NPOs und wichtigste Informationskanäle
  • persönliche Kontakte zu NPOs
  • Wertschätzung, die NPOs entgegengebracht wird
  • eine Einschätzung der zukünftigen Entwicklungen für NPOs in Österreich

9 von 10 ÖsterreicherInnen schreiben gemeinnützigen bzw. Nonprofit-Organisationen (NPOs oder NGOs) einen sehr hohen oder eher hohen Stellenwert zu. 58 Prozent sagen, dass gemeinnützige Organisationen das Alltagsleben vieler Menschen bereichern. Genauso viele sehen den Staat durch sie entlastet. Gesundheit und soziale Dienste stehen dabei an erster Stelle, gefolgt von Familie, Kinder und Jugend. Vor allem jüngere Menschen halten NGOs bei den Themen Menschenrechte und Bildung für sehr wichtig.

Spontane Assoziationen zu gemeinnützigen bzw. Non-Profit-Organisationen gibt es vor allem mit unmittelbarer Hilfe. Jeder Dritte verbindet mit gemeinnützigen Organisationen Begriffe wie „Menschen helfen“, „Hilfe für Mitmenschen“ oder „Hilfe für Arme“. Weitere 30 Prozent denken dabei an konkrete Organisationen wie z.B. die Caritas, das Rote Kreuz oder die Freiwillige Feuerwehr. Das Thema „Freiwilligkeit und ehrenamtliches Engagement“ wird vor allem von jüngeren Menschen (von 18 – 29 Jahre) genannt. Diese Assoziation ist dort mit 20 Prozent fast doppelt so hoch wie beim Rest der Befragten.

Grundlegende Informationen über gemeinnützige bzw. Non-Profit-Organisationen holen die meisten Befragten (41 Prozent) über Gespräche mit FreundInnen und Bekannten ein. Dieses Informationsverhalten wird gefolgt von allgemeiner Internetrecherche (google o.ä.). Fernsehen und Radio kommen als potenzielle Informationskanäle an dritter Stelle: 28 Prozent geben an sich darüber zu informieren. Die Informationspalette ist damit eher breit gefächert und zeigt viele Ansatzpunkte für PR-Aktivitäten auf. Auffällig ist dabei eine größere Neigung zu Zeitungsberichten oder postalischen Zusendungen im Osten Österreichs (Wien, Burgenland, Niederösterreich). Social Media hat sich beim Thema NPOs bzw. gemeinnützige Organisationen noch nicht durchgesetzt, nur 12 Prozent geben an sich darüber zu informieren.

85 Prozent der ÖsterreicherInnen hatten in der Vergangenheit in irgendeiner Form persönlichen Kontakt mit gemeinnützigen Organisationen. Organisationen mit einem lokal weit verzweigten und dichten Vereinsnetz wie das Rote Kreuz, die Freiwillige Feuerwehr oder auch die Caritas werden hier am häufigsten angeführt. Bei der Altersgruppe zwischen 30 und 49 Jahren hatten sogar 92 Prozent bereits direkten Kontakt mit NPOs. Bei durchschnittlich 70-80 Prozent der Kontakte geht es um finanzielle Unterstützungen. Von jenen Personen, die angeben mit dem Roten Kreuz, der Caritas oder der freiwilligen Feuerwehr Kontakt gehabt zu haben, arbeiteten ca. 30 Prozent bereits aktiv mit.

Mehr als jeder Zweite erwartet, dass der Stellenwert von NPOs in den nächsten Jahren zunehmen wird.

Wenn es um mögliche zukünftige Unterstützung für NPOs geht, sprechen sich 67 Prozent voll und ganz für „steuerliche Begünstigung“ aus und 23 Prozent vergeben diesbezüglich die Note 2. Insgesamt stehen damit 90 Prozent dieser Form der Unterstützung positiv gegenüber.
Etwas weniger, nämlich 61 Prozent befürworten „direkte Förderungen“ durch den Staat voll und ganz. Die Note 2 wird hier von 27 Prozent vergeben. Insgesamt stehen damit auch der Unterstützung durch direkte Förderungen fast 90 Prozent positiv gegenüber. Bezüglich eines stärkeren Mitspracherechts bei politischen Entscheidungen sind die Befragten zurückhaltender. Trotzdem würden immerhin fast die Hälfte, nämlich 48 Prozent der Befragten ein stärkeres Mitspracherecht von NPOs voll und ganz befürworten. Weitere 23 Prozent vergeben die Note 2. Damit signalisieren 71 Prozent auch bei diesem Thema Zustimmung.

Die Ergebnisse der Telefonumfrage können Sie hier herunterladen.

Zivilgesellschaft bewegt: Forschungsprojekt Zivilgesellschaftsindex abgeschlossen

, , ,

Nach einem Jahr intensiver Zusammenarbeit mit dem NPO&SE Kompetenzzentrum sowie CIVICUS haben wir das Forschungsprojekt Zivilgesellschaftsindex (Civil Society Index) Anfang Juni abeschlossen und am 16. Juni 2014 bei einer Pressekonferenz sowie bei einer Veranstaltung im Parlament der Öffentlichkeit präsentiert.

In einem partizipativen Prozess mit AkteurInnen des dritten Sektors wurden folgende Themenbereiche als besonders relevant identifiziert: Demokratie, Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit, steuer- und sozialversicherungsrechtliche Bedingungen für gemeinnützige Organisationen und Freiwillige sowie die Vergabe öffentlicher Mittel.

Die Verfasstheit der Demokratie ist formal in Ordnung, könnte in der Praxis aber besser sein. Verstärkte Beteiligungsmöglichkeiten für Bürger und Bürgerinnen am politischen Prozess sind notwendig, um der Politikverdrossenheit entgegenzuwirken und gleichzeitig das enorme Know-How zivilgesellschaftlicher Initiativen zu nutzen.

Die Existenz von mehr als 110.000 Vereinen zeigt, dass es um die Vereinigungsfreiheit gut bestellt ist. Bedenklich ist hingegen, dass ausgewählte Paragraphen des Strafgesetzbuchs (StGB) immer noch die Kriminalisierung zivilgesellschaftlichen Handelns ermöglichen. Ähnliche Tendenzen werden bei der Versammlungsfreiheit erkannt. Projektleiterin Romy Grasgruber-Kerl (IGO): „Repressive Maßnahmen seitens der Sicherheitsbehörden – wie wir sie jetzt vor, während und nach Versammlungen beobachten – sind im Sinne einer lebendigen Demokratie unbedingt zu vermeiden.“

Care

Dringenden Handlungsbedarf gibt es bei der Rechtssicherheit und bei der Transparenz im Zusammenhang mit hoheitlichen Entscheidungen. Davon betroffen sind vor allem das Versammlungsrecht, das Steuerrecht, das Sozialversicherungsrecht und das Vergaberecht. Diese Mängel zu beseitigen kostet nichts, sondern reduziert im Gegenteil den Verwaltungsaufwand, schafft Klarheit und steigert die Effizienz.

Sterm

Wie das gelingen kann, dafür enthält der Bericht mehr als 40 konkrete Vorschläge. Einige davon, wie die bessere Einbeziehung zivilgesellschaftlicher Organisationen in politische Entscheidungsprozesse oder die Förderung des gemeinnützigen Stiftungswesens sind bereits im Regierungsprogramm enthalten und warten nur noch auf ihre Umsetzung.

Den CSI-Bericht gibt es hier zum Download.

Die Ergebnisse der dafür eigens beauftagten repräsentativen Telefonumfrage kann unter diesem Link heruntergeladen werden.

Ergebnisse der Online-Umfrage zum Reformbedarf im gemeinnützigen Bereich

, ,

Im Sommer 2013 haben wir Geschäftsführer/innen, Obleute und andere Leitungsverantwortliche gemeinnütziger Organisationen gefragt, wo sie den größten Handlungsbedarf bei den gesetzlichen, insbesondere steuerlichen und sonstigen finanziellen Rahmenbedingungen für ihre Arbeit sehen.

Von 765 Geschäftsführer/innen, Obleuten und anderen Leitungsverantwortlichen haben 256, also ein Drittel, an der Umfrage teilgenommen und damit gezeigt, dass wir mit unseren Fragen einen Nerv getroffen haben:

Klar ist, dass es insbesondere bei den Leistungs- und Förderverträgen mit der öffentlichen Hand, im Bund und in den Ländern, enormen Handlungsbedarf gibt. Niemand ruft hier nach Almosen, sondern es werden vor allem mehr Fairness und ein partnerschaftlicherer Umgang von den öffentlichen Stellen verlangt. Kritisiert wird insbesondere die große Planungsunsicherheit und das hohe Risiko für die Verantwortlichen in den gemeinnützigen Organisationen durch jährlich neu zu verhandelnde Verträge, verspätete Finanzierungszusagen (die oft erst im 3. Quartal erfolgen) und die mangelnde Kostendeckung (Indexanpassung) bei gleichbleibenden oder sogar steigenden Leistungen.

Für die amtliche Feststellung der Gemeinnützigkeit und damit größere Rechtssicherheit gibt es eine klare Mehrheit, sofern dies nicht mit höheren Kosten für die Organisationen verbunden ist. Überraschend: die Mehrzahl der Geschäftsführer/innen und Obleute hält die derzeitigen steuerlichen Begünstigungen der Gemeinnützigen für ausreichend. Bei den anderen steht der Wegfall der Umsatzsteuer ganz oben auf der Wunschliste, gefolgt von einer Streichung der KESt und der Kommunalsteuer. Eine Ausweitung der Spendenabsetzbarkeit wird vor allem für die Bereiche Erwachsenenbildung, Tierschutz und Kultur verlangt.

Ein klares Ja sagen die Befragten zu steuerlichen Anreizen für Stiftungen, damit diese sich mehr als bisher gemeinnützig engagieren. Auch die Frage, ob es gemeinnützigen Organisationen leichter gemacht werden soll, Darlehen und finanzielle Beteiligungen von Privatpersonen anzunehmen, wird mehrheitlich bejaht.

Die Rechenschafts- und Informationspflicht gemeinnütziger Organisationen hält eine klare Mehrheit der Befragten in der derzeitigen Form für ausreichend. Viele kritisieren den damit verbundenen Aufwand und die hohen Prüfkosten. Es gibt aber auch einige (selbst)kritische Stimmen, die strengere Prüf- und Transparenzkriterien und Maßnahmen zur Verhinderung von Missbrauch (Compliance) bei gemeinnützigen Organisationen fordern.

Die Umfrageergebnisse liefern der IGO ein interessantes Stimmungsbild und eine wichtige Orientierung. Insbesondere die Frage nach der Gestaltung der Beziehungen zwischen der öffentlichen Hand als Förder- oder Auftraggeberin und gemeinnützigen Organisationen als Förderbeziehern bzw. Leistungserbringern verdient demnach höhere Aufmerksamkeit. Bei den anderen Fragen fühlen wir uns weitgehend in unserer bisherigen Arbeit bestätigt.

Wir laden alle gemeinnützigen Organisationen ein, mit uns gemeinsam an weiteren Verbesserungen zugunsten „der Gemeinnützigen“ zu arbeiten und uns dabei nach Kräften – ideell und materiell – zu unterstützen!

Warum es gut ist, eine lebendige Zivilgesellschaft zu haben

, ,

„Dank zivilgesellschaftlicher Kräfte sind in den letzten beiden Dekaden wesentliche gesellschaftliche Fortschritte erzielt worden“ resümiert Dr. Bernhard Drumel in seinem für die IGO erstellten Bericht zu exemplarischen Erfolgen zivilgesellschaftlicher Initiativen.

„Zivilgesellschaft bewegt“ beleuchtet jene Errungenschaften, die laut den AutorInnen Dr. Bernhard Drumel und Mag.a Romy Grasgruber, ohne zivilgesellschaftliches Engagement nicht oder nicht in diesem Ausmaß erzielt worden wären.

Damit soll erstmals  ein Überblick über die politischen Wirkungen zivilgesellschaftlicher Initiativen gegeben werden. Der Bericht fußt weitestgehend auf Basis von 27 Interviews und zwei Workshops mit wichtigen ProtagonistInnen und Stakeholdern von Advocacy-Organisationen sowie ExpertInnen der organisierten Zivilgesellschaft. Er erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und zeigt eine exemplarische Auswahl von politischen Erfolgen. Damit dient er als erster Aufschlag für eine kontinuierliche Dokumentation zivilgesellschaftlicher Errungenschaften.

Erfasst wurden vor allem politische Erfolge im Sozial-, Menschenrechts-. Umwelt- und Tierschutzbereich. Erfolge sind genauso relativ wie ein Glas halb voll oder halb leer ist. Einerseits können die Erfolge der einen die Misserfolge der anderen sein . Zum andern liegen in vielen der angesprochenen Bereiche Anspruch der Zivilgesellschaft und aktuelle, politische Realität auseinander. In allen angesprochenen Bereichen besteht augenscheinlich weiterer Handlungsbedarf.  Dies soll aber die erzielten Fortschritte nicht schmälern, ganz im Gegenteil: in einigen Fällen ist es erstaunlich, dass bei so starkem Gegenwind seitens entgegenlaufender Interessen überhaupt etwas bewirkt werden konnte.

Zusammenfassung
In den letzten beiden Dekaden haben es Organisationen und Initiativen aus der Zivilgesellschaft geschafft, unsere Gesellschaft positiver zu gestalten.  Neben ganz konkreten Leistungen, wie  Hilfestellungen für benachteiligte Menschen, haben sie auch durch politische Advocacy Arbeit im Sinne der Grund- und Freiheitsrechte und gemeinsamer Werte konkrete Erfolge erzielt.
Dies wurde zum Großteil gegen den Willen der regierenden Kräfte in der Politik erreicht– und zum Teil auch, indem öffentliches Bewusstsein für tabuisierte Themen geschaffen wurde. Vielfach in Allianzen innerhalb des Sektors, zum Teil in Kooperation mit fortschrittlichen Kräften in der Wirtschaft oder anderen gesellschaftlichen AkteurInnen und vielfach mit Medien als Verstärkern und Multiplikatoren.

Einige Beispiele für maßgebliche Erfolge:
1. Ethisches Konsumverhalten

2. Umwelt-und Klimaschutz

3. Gewaltschutz

4. Gleichbehandlung

5. Armutsbekämpfung

6. Anti-Rassismus

7. Migration- und Fremdenrecht
9. Gerechterer Rahmen für eine globalisierte Wirtschaft

Mit Blick auf diese beispielhaften Erfolgsgeschichten und im Bewusstsein, dass es davon noch viele mehr gibt, plädiert Bernhard Drumel für ein Vier-Säulen-Modell zur Stärkung der organisierten Zivilgesellschaft!

Die IGO lädt ein dieses Projekt der Dokumentation von Erfolgsgeschichten weiterzuentwickeln.

Sollten Sie eine wichtige Erfolgsgeschichte in der Darstellung vermissen, schicken Sie Ihre Darstellung an: Romy Grasgruber-Kerl.

Hier geht’s zum Download des vollständigen Berichts

Wie NPO Geschäftsführer/innen die Rahmenbedingungen für ihre Arbeit beurteilen

,

Das NPO Kompetenzzentrum an der WU Wien hat NPO Geschäftsführer/innen nach ihrer Einschätzung derzeitiger gesellschaftlicher und politischer Entwicklungen gefragt. Sie wurden auch gefragt, wie sich die für sie wesentlichen Rahmenbedingungen verändert haben.

Der Bedarf nach Leistungen der NPOs ist in den letzten Jahren gestiegen – sowohl quantitativ als auch qualitativ.

Die Studie der WU und der IGO zeigt, dass für den überwiegenden Anteil der Organisationen der Bedarf nach ihren Leistungen gestiegen ist.

  • 80% haben ihr quantitatives Angebot gesteigert.
  • Über 80% bieten ein größeres Spektrum an Leistungen an, als noch vor ein paar Jahren etwa Vernetzungsarbeit, Beratungstätigkeiten, Ansprechen neuer Zielgruppen oder den Aufbau neuer Bereiche.

Das politische Klima hat sich für die befragten Organisationen in den letzten Jahren verschlechtert

  • Für die Zivilgesellschaft insgesamt sehen die befragten Organisationen deutlich schlechtere Bedingungen.

Too big to fail – Der Sozialstaat als wichtige Rahmenbedingung

  • Organisationen beobachten Veränderungen in der Finanzierungsstruktur. Öffentliche Subventionen gehen zurück, Leistungsverträge mit der öffentlichen Hand nehmen zu.
  • Ein funktionierender Sozialstaat ist eine wichtige Rahmenbedingung für die erfolgreiche Arbeit vieler NPOs.
  • 53% der Einnahmen von NPOs sind von der öffentlichen Hand – dieses Geld ist sozial und wirtschaftlich nutzbringend eingesetzt.
  • NPOs und Freiwilligenarbeit können einen schwächer werdenden Sozialstaat nicht kompensieren.
  • In Europa gibt es mehr Freiwilligenarbeit in Staaten mit geringeren Einkommensunterschieden, stärkerer Urbanisierung und höheren Sozialausgaben.

Hier geht’s zum Download des vollständigen Berichts

Die wirtschaftliche Bedeutung von Nonprofit Organisationen

, ,

Non-Profit Organisationen (NPO) erbringen nicht nur wertvolle Leistungen für die Gesellschaft. Sie sind auch ein bedeutender Wirtschaftsfaktor stellt das NPO-Kompetenzzentrum im Auftrag der IGO fest.

Der Nutzen der NPOs für die Gesellschaft wird meist unterschätzt.

  • NPOs leisten massive Beiträge für das Alltagsleben vieler Menschen, wie auch für die Wirtschaft.
  • Ein funktionierendes Vereinswesen sowie hohe Bürgerbeteiligung sind die Eckpfeiler einer starken Demokratie.
  • Untersuchungen zum Social Return on Investment (SROI) einzelner NPOs zeigen, dass ein investierter Euro in NPOs Wirkungen im Wert von bis zu 10,2 Euro bringt. SROI-Werte zwischen mind. 3,5 bis 4,5 sind der Normalfall.

NPOs haben bedeutende Beschäftigungswirkungen

  • Sie ermöglichen Beschäftigungswachstum:  Die Anzahl von Vertragsverhältnissen stieg zwischen 2000 und 2010 um ca. 39% (Anstieg insgesamt: 7%)
  • 2010 arbeiteten 5,2% aller in Erwerbstätigen in NPOs.
  • In Vollzeitäquivalenten waren im Jahr 2001 85.570 Beschäftigte in NPOs tätig.

NPOs bieten den Rahmen für Freiwilligenarbeit

  • 2006 waren 27,9% der ÖsterreicherInnen im Rahmen von NPOs freiwillig tätig.  Wöchentlich haben sie dabei fast 8 Mio. Stunden unbezahlte Arbeit geleistet.
  • Dies entspricht knapp 230.000 Vollzeitbeschäftigten bzw.  6% der unselbstständigen Erwerbstätigen.
  • Zu Durchschnittslöhnen bezahlt, würde dies 4.7 Mrd. Euro kosten.

Gerade in Zeiten wirtschaftlicher Probleme sind Investitionen in NPOs bzw. Sozialorganisationen gesamtwirtschaftlich sinnvoll.

  • Sie sind ein Beschäftigungsmultiplikator: Die Nachfrage nach Dienstleistungen des Gesundheits- und Sozialwesens im Wert von 1 Mio. Euro schafft 17 Arbeitsplätze. Die Sozialwirtschaft ist somit der Bereich mit der drittstärksten Beschäftigungswirkung. Zum Vergleich: Eine Investition von 1 Million Euro schafft im Energiebereich nur 3,8, im KFZ-Bereich 4,6 und im Bau 10, Arbeitsplätze.
  • Wertschöpfungsmultiplikator: Die Erhöhung der Nachfrage nach Dienstleistungen um 1 Mio. Euro löst eine  Wertschöpfung von 873.600 Euro aus. (= Wert, um den der Output den Input übersteigt)

Hier geht’s zum Download des vollständigen Berichts

Hier geht’s zur Kurzfassung (inkl. Aktivitäten von IGO-Mitgliedern)